Mein Senf zu: „Die Bibel nach Biff“

Seid gegrüßt.

„Die Bibel nach Biff“ hat mir meine Rechercheassistentin geliehen. Ich wollte dieses Buch schon sehr lange lesen, hab’s mir dann aber doch nie gekauft. Daher bin ich froh, dass sie das Buch hat(te) und mir leihen konnte. Keine Angst sie bekommt es natürlich auch zurück 😉
In einer Montagsfrage hatte ich es irgendwo schon mal angesprochen: Ich wollte noch meinen Senf zur „Bibel nach Biff“ abgegeben. Das werde ich dann heute tun.

Eckdaten:
Titel: Die Bibel nach Biff – Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund
Autor: Christopher Moore
ISBN: 3-442-54182-4
Verlag:
Goldmann
Preis: 10,90 € (Taschenbuch)
Seiten (inkl. Nachwort): 573

Inhalt:
Wer sich ein bisschen mit der Bibel auskennt weiß, dass dort eine ganze Menge fehlt. Und zwar fehlt eigentlich so ziemlich alles (mit einer Ausnahme 😉 ), was zwischen Jesus‘ Geburt und seinem 30. Lebensjahr passiert ist.

In der Bibel nach Biff geht es genau um dieses Lückenproblem:
„Der Sohn“ möchte, dass die Menschen zum 2000-jährigen Jubiläum seiner Geburt die ganze Wahrheit erfahren. Aus diesem Grund wird der Engel Raziel beauftragt Levi bar Alphaeus, den man Biff nennt, von den Toten zurückzuholen und zu Beaufsichtigen, während dieser ein neues Evangelium schreibt. Schließlich kann man keinen besseren Zeugen aus der Kindheit von Josua, wie Jesus damals gerufen wurde, finden, als dessen besten Freund…

Zitat aus dem Prolog (S. 8f.)

Stil:
Das Buch ist nach dem Prolog in sechs Teile gegliedert. Jeder Teil hat einen Titel und ein Motto (ein Zitat, welches nicht aus dem Buch stammt, aber zur Handlung in diesem Abschnitt passt).
Mit viel Witz und Humor erzählt Christopher Moore die Geschichte, die er sich da ausgedacht hat. Dabei begegnen dem geneigten Bibelleser aber auch immer wieder Szenen, die er kennt, z.B. als Jesus mit 12 in Jerusalem im Tempel ist oder die Bergpredigt.
Es wechseln hin und wieder die Szenen (Ort und Zeit) zwischen den Geschehnissen, die Biff niederschriebt und denen, die im Jetzt passieren, also die zwischen Raziel und dem wiedererweckten Biff.

Mein Senf:
Mir hat das Buch super gut gefallen (sogar das Nachwort finde ich echt lesenswert 😉 ). Wenn ich im Bus gelesen habe, wurde ich immer komisch angeguckt, weil ich vor mich hin kichernd dasaß. Moore schafft es den Leser zum Lachen zu bringen. Meiner Meinung nach ist dies eine der schwierigsten Hürden für einen Autor.
Gleichzeitig aber zieht Moore an keiner Stelle den christlichen Glauben in den Dreck. Er erfindet Dinge, die man sich selber so nie hätte ausdenken können und die vielleicht auch nicht jeder in seinem Bild von Jesus unterbringen kann, aber er bleibt stets fair dabei. Ich persönlich kann mich sehr gut mit dem Bild, das er von Jesus zeichnet, anfreunden. Es ist ein sehr menschliches Bild, das für mich stellenweise sogar glaubhafter ist, als die Bibel selbst. Aber nur stellenweise 😉

Auch Biff ist sehr menschlich. Noch sehr viel menschlicher als Jesus, aber ist schließlich kein Sohn Gottes 😉 Eigentlich stellt man sich hin und wieder die Frage, warum der Messias mit so einem Kerl befreudet ist, aber wenn man mal genauer hinsieht, kann er keinen treueren und besseren Freund finden als er es in Biff getan hat. (Für Biff gibt es übrigens auch ein – weder von ihm, noch vom Leser erwartetes – Happy End 😉 )

Im Besonderen bin ich ein großer Fan von Raziel, dem Engel. Er ist einfach so herrlich unengelhaft 🙂 Er hat’s nicht so mit der Pünktlichkeit und ist etwas zu naiv für einen Boten des Herrn. Aber jedesmal wenn er aufgetreten ist habe ich mich gefreut. Seine Rolle in dem Buch mag vielleicht nicht die Größte sein, aber wichtig ist sie schon, schließlich erweckt er Biff wieder, damit dieser sein Evangelium schreiben kann.

Zusammenfassend glaube ich, dass es mehr Spaß macht, das Buch zu lesen, wenn man so ein bisschen was über die Bibel und so weiß. Im Besonderen natürlich, wenn man die Geschichten um Jesus kennt.
Einzig ein oder zwei Sachen, haben mir nicht ganz so gut gefallen:

Spoiler

Aber alles in Allem ist „Die Bibel nach Biff“ ein sehr gelungenes und lesenswertes Buch. Ich kann es jedem empfehlen, der gerne mal etwas lustiges liest, das nicht literarisch hoch anspruchsvoll ist, ohne dabei zu „klamauk-mäßig“ rüberzukommen. Es hat sehr viel Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich denke, es ist eines der wenigen, bei denen ich auch zu einem zweiten Mal lesen nicht „Nein“ sagen würde.

Und weil es so schön war hier noch ein Zitat. Dieses beschreibt die christlichen Lehren einfach wundervoll kurz und knapp, lustig aber auch sehr treffend 😉

Du sollst nett zu Leuten sein, auch zu Kotzbrocken.
Und wenn du:
a) glaubtest, dass Josua Gottes Sohn war (und)
b) er gekommen war, dich von deinen Sünden zu erlösen (und)
c) den Heiligen Geist in dir erkanntest (wie ein kleines Kind wurdest, hätte er gesagt) (und)
d) nicht den Heiligen Geist lästertest (siehe c)
dann würdest du:
e) ewig leben
f) an einem schönen Ort
g) vermutlich im Himmel.
Wenn du allerdings:
h) sündigtest (und/oder)
i) ein Heuchler warst (und/oder)
j) Dinge mehr als Menschen achtetest (und)
k) dich nicht an a,b,c und d hieltest,
dann warst du:
l) am Arsch.

– Die Bibel nach Biff, S.473

Eure
DarkFairy

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2 Comments

  1. Kommentare von JuKa Satzschmiede:

    Gerade Deine Rezension gesehen, wenn Dir Biff gefallen aht kann ich Dir Gott beware empfehlen. Dann geht es darum, dass Jesus von Gott noch mal auf die Erde schickt, weil er Mist gebaut hat 😉

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