Platt – von sprachlichen Traditionen

Seid gegrüßt.

Ja… Platt. Weder Platt im Sinne von „flach“, noch im Sinne von „k.o. sein“. Nein, nein, ich bin nicht platt. Ich kann Platt. Mehr oder weniger… Für alle, die nicht wissen, was Platt ist: Platt ist ein anderes Wort für Mundart oder Dialekt.

Ich finde Traditionen sind etwas Tolles und auch Wichtiges. Klar, die Zeit steht nicht still und alles ist einem ständigen Wandel unterzogen, aber ist es gerade dann nicht von Bedeutung, dass es eine Konstante gibt?! So was wie die Familientradition an Silvester immer Raclett zu machen, wird oft von den Kindern übernommen und in die eigenen Familien mitgenommen.

Etwas ganz besonderes sind sprachliche Traditionen.
Es ist toll und nervig zugleich, dass man es schafft im eigenen Land nur noch Bahnhof zu verstehen. Oder andere Banhof verstehen zu lassen. Ich meine… Wenn ich in Ostfriesland oder in Bayern bin und die Ansässigen Platt sprechen, versteh‘ ich kein Wort. Ich hab in Ostfriesland die Leute schon mal für Holländer gehalten >.<

Ich weiß natürlich, dass gerade Jüngere nicht mehr platt sprechen, weil es nicht cool ist oder altbacken wirkt. Ist ja bei mir genau so. Ich spreche auch eher sehr selten Platt. Also eigentlich nicht mal so richtig, ich sprech‘ eher „Hochdeutsch mit Knubbeln“, wie mein Vater immer sagt.
Ich bin aber stolz darauf, dass ich Platt verstehe und dass ich es halt wenigstens so ein bisschen kann. Außerdem steht für mich fest, dass diese „Sprache“ einfach nicht verloren gehen darf. Deswegen versuche ich ja auch sie ein bisschen zu erhalten.

Also das Platt, das ich spreche (oder so tue als ob ich es könnte >.<), ist ein Eifler-Platt. Da es in der Eifel von Ort zu Ort Unterschiede im Dialekt gibt, muss ich ein sagen. Wobei… eigentlich spreche ich, eher so ein Mischmasch aus zwei Plattvariationen, da meine Eltern aus unterschiedlichen Regionen stammen. Ich sage immer, ich wurde zweisprachig erzogen 😉

Ich finde, man sollte stolz darauf sein, woher man stammt. Ich bin der Meinung, dass ein bisschen Lokalpatriotismus nicht schaden kann. Natürlich sollte man es nicht übertreiben, aber das gilt ja überall 😉
Ich für meinen Teil bin stolz darauf, dass ich aus der Eifel komme. Und das zeige ich meinetwegen auch gerne, da es mich ja auch irgendwie geprägt hat und „das Eifler sein“ somit ein Teil meiner Persönlichkeit ausmacht. In diesem Sinne:

Ich jin zo dat ming Platt net et beste ös, fürallem net jeschriwwe, äwer ich versöke et am liwwe zo haale. Ich sin stolz drop en Eefler Mädche zo sin un dat kaan ich och ruhich zeije. Äwer keen Bang, ich blogge wigger up Huhdütsch. 😉

Eure
DarkFairy

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5 Comments

  1. Kommentare von PoiSonPaiNter:

    Ick verstah en beaten op platt aver et is en anners 😉
    Das Plattdeutsch aus Norddeutschland mit Bairisch und Eifler-Platt zu vergleichen ist ein gewagter Schritt…
    Ich bin mir relativ sicher, dass Leute von oben und Leute von unten net verstahn taeten wat de anner vertells
    (Anm.: Die Plattdeutschen Satzversuche haben keinen Anspruch auf Richtigkeit 😉 )

  2. Kommentare von Manfredito:

    Hallo Marina, Platt hat auch gewisse Vorteile wie ich es im Beruflichen erlebt habe bei Vertragsabschlüssen wo die meisten Koperationspartner zuerst mal eine gesunde Skepis an den Tag legten, die ich aber trotz und gerade wegen meiner Aussprache immer wieder sehr erfolgreich ausräumen konnte. Dieses gewisse Hochdeutsch mit dem gewissen platten Eifler Mix vertrauten sie und im Hinterkopf: Das ist einer von uns und es war egal, ob in Berlin, Dresden, München oder Hamburg. In peru funktioniert es weniger, lach
    Manfredito

  3. Kommentare von Blinkfeuer:

    „Ich hab in Ostfriesland die Leute schon mal für Holländer gehalten. “ ?? Ich umgekehrt, aber Obacht! Nur die Westfriesen, angesiedelt südlich von Ostfriesland und Nordfriesland, sind Niederländer, aber keine Holländer. Wahnsinn! 😮

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