Mein Senf zu: Väterland

Sei gegrüßt.

Vorletzte Woche habe ich es schon angekündigt: Ich habe noch eine Rezension für dich geplant. Die Rezension zu dem erwähnten, wirklich tollen Buch „Väterland„.
Vorweg: Mixtvision bietet zu dem Buch sogar Unterichtmaterial an, da das Buch als Schullektüre durchaus geeignet ist.

An dieser Stelle auch vielen herzlichen Dank an Mixtvision,
die mir das Buch als Leseexemplar zur Verfügung gestellt haben!

Allgemeine Infos

KlappentextEckdaten
Familie = Papa + Mama + Kind?

Gabrielle ist fast dreizehn Jahre alt. Im Alter von sechs Monaten wurde das aus Somalien stammende Mädchen von einem homosexuellen Paar adoptiert. George und Phil, ihre Väter, sind seit 15 Jahren verheiratet, doch nun wurde ein Gesetz erlassen, das sie zu Ausgestoßenen macht. Sie müssen eine rosa Raute als Kennzeichnung tragen, in einem Ghetto am Stadtrand wohnen und verlieren das Recht, ihren Beruf auszuüben (die beiden sind Künstler) – in der Stadt dürfen sie sich ohne Genehmigung nicht mehr bewegen. Um ein Geschenk zu Gabrielles Geburtstag zu finden, riskieren sie alles und fahren ohne Erlaubnis in die Stadt.

Titel Väterland
Autor Christophe Léon
ISBN-13 978-3-95854-095-8
Verlag Mixtvision
Erscheinungsjahr 2017
Genre Jugendbuch > Gesellschaftskritik
Seiten 116
Preis 9,90 €

Mein Senf

Ich bin ganz ehrlich: Im ersten Moment habe ich das Buch zu meiner Schande „nach dem Einband“ beurteilt, naja zumindest im übertragenen Sinne.
„Nur 116 Seiten? Hmm bei der Story kann das ja dann irgendwie nicht viel sein…“, dachte ich. Doch dann habe ich im Zug begonnen zu lesen.

Direkt mitten drin, kam ich kaum noch dazu Luft zu holen, so dicht war die Atmosphäre. Ich konnte spüren wie meine Beklemmung und Wut auf solch intolerante Menschen, wie diese Regierung, wuchs – und mich auch nach Unterbrechung des Lesens noch gefangen hielt.

Erst auf der zweiten Zugfahrt, ein paar Stunden später, kam ich dazu weiterzulesen.
Leider hatte ich das Gefühl, dass die Atmosphäre mich nach dieser Unterbrechung nicht mehr richtig packte. Allerdings lag dies eher nicht am Buch selbst. Ich glaube, für mich persönlich wäre es sehr viel besser gewesen, das Buch an einem Stück zu lesen – was ich aber sicher bald nachholen werde.

Jetzt im Nachhinein stelle ich fest, dass der Klappentext eine Handlung verspricht, die nicht da ist. Zumindest nicht direkt. Alles was im Klappentext steht trifft zweifelsohne zu, aber ich habe das Gefühl dem Buch mangelt es an einer „richtigen“ Handlung. Es kommt mir fast vor wie eine Chronik. Und auch das Ende lässt mich ein wenig allein zurück.
Allerdings finde ich nicht, dass die fehlende Handlung schlecht ist. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob eine ausführlichere Handlung nicht den Blick auf das wesentlich verstellen würde: Auf eine erschreckende Zukunftsversion, die leider gar nicht so unwahrscheinlich klingt, wie sie klingen sollte.

Das Buch ist in meinen Augen ein Plädoyer für die Liebe und Toleranz, für Aufgeschlossenheit und Akzeptanz. Die reduzierte Handlung, ein Ende, das keine Lösung anbietet und auch der Erzählstil – dieses allmähliche, fragmenthafte Zusammensetzen eines gesellschaftlichen und politischen Gesamtbildes – zeigt, dass wir selbst es sind, die einen Ausweg finden müssen, dass wir es sind, die diese Entwicklungen frühzeitig erkennen und stoppen müssen. Und das ist genau das Richtige für das Buch „Väterland“.

Deine
Marina
(DarkFairy)

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