DarkFairy’s Gedanken 25 – Bundestagswahl 2017

Sei gegrüßt.

Ich habe lange überlegt, ob ich noch etwas zu den Bundestagswahlen (BTW) von letztem Sonntag sagen möchte. Eigentlich bin ich der Meinung es ist alles gesagt worden. Aber ich möchte das Ganze andererseits nicht einfach so stehen lassen.

Daher teile ich nun meine Gedanken zur Wahl mit dir – obwohl dieser Blog niemals politisch war und es auch nicht werden soll, aber besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen.

Zunächst die harten Fakten:

WIESBADEN/BERLIN – Der Bundeswahlleiter hat am 25. September 2017 um 5:25 Uhr das vorläufige Ergebnis der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag am 24. September 2017 bekannt gegeben.

Bei einer Wahlbeteiligung von 76,2 Prozent (2013: 71,5 Prozent) haben die

CDU 26,8 %  (2013: 34,1 %)
SPD 20,5 %  (2013: 25,7 %)
AfD 12,6 %  (2013: 4,7 %)
FDP 10,7 %  (2013: 4,8 %)
DIE LINKE      9,2 %  (2013: 8,6 %)
GRÜNE   8,9 %  (2013: 8,4 %)
CSU   6,2 %  (2013: 7,4 %)
Sonstige   5,0 %  (2013: 6,2 %)


aller gültigen Zweitstimmen erhalten.

Bundestagswahl 2017: Vorläufiges Ergebnis; bundeswahlleiter.de (Stand: 26.09.17, 11:56 Uhr)

Das erfreuliche zuerst: Mit 76,2% Wahlbeteiligung können wir schon mal zufrieden sein. Klar, wenn alle wählen wäre das besser, aber über 3/4 der Wahlberechtigten haben ihr Bürgerrecht in Anspruch genommen. Yippie!

Aber was um alles in der Welt haben sie da bitte angekreuzt?
12,6% für die AfD. Ein Zuwachs von rund 8% im Vergleich zur letzten BTW.
Für eine rechts-populistische Partei. Für rechts-konservative.

Das eine Politik-Verdrossenheit in unserem Land herrscht, darüber müssen wir gar nicht reden.

Es passiert zu wenig und an den falschen Stellen.

Der Meinung bin ich auch, obwohl ich weiß, dass Veränderungen, die übers Knie gebrochen werden nicht immer gut sind. .oO(Mit Ausnahme der Ehe für alle. Die war ja wohl lange überfällig…)
Bildung. Der immer größer werdende Abstand zwischen Arm und Reich. Undurchsichtige und langwierige Bürokratie in nahezu allen Bereichen. Rüstungsexporte in Krisengebiete. Das sind alles Punkte, die wir dringend angehen müssen. Und es sind nur ein paar.

Dass es frustrierend ist, dass unsere Regierung scheinbar nichts unternimmt und sich nichts verändert, kann ich voll und ganz nachvollziehen – besonders die Betroffenen nehmen es so wahr.

Das Problem liegt aber meiner Meinung nach nicht wirklich bei der Regierung an sich. Es liegt viel mehr an fehlenden Lösungen, an fehlender Weitsicht und fehlender Konsequenz – aber so richtig hat da niemand eine Idee, glaube ich.

Es muss etwas passieren.

Auch da bin ich voll und ganz dabei.
ABER!!! Es kann und darf nicht die Lösung sein, eine Partei wie die AfD zu wählen nur „um die Politiker mal wach zu rütteln“. Eine nette Verteilung auf alle möglichen kleinen Parteien, das wäre es gewesen – oder irgendwas in der Richtung. Aber die AfD?

Ich beobachte die politische Entwicklung in unserem Land jetzt schon eine Weile mit Sorge. Ich bin weiß Gott nicht der politisch-interessierteste Mensch, aber ich hatte Geschichte in der Schule. Ich sehe was da gerade passiert. Und es ist mir schleierhaft, wie das so vielen (immerhin 12,6%) nicht auffallen kann.

Ich bin nämlich nicht der Meinung, dass alle AfD-Wähler Nazis sind, aber sie erkennen nicht, dass sie Nazis gewählt haben. Oder wollen es nicht wahrhaben.

„Alternative“ klingt doch gut.

Klingt danach als könnten die endlich mal was bewegen in diesem Land. Sicher. Frauen an den Herd, zum Beispiel. Oder Kontobeträge der Reichen noch weiter nach oben. Oder vertriebene Menschen in Kriegsgebiete zurück.
Ich weiß es gibt Menschen, die halten das für erstrebenswert – und das ist gruselig genug. Aber fast noch gruseliger finde ich, dass Menschen diese Partei wählen, obwohl sie ihre Ansichten kennen. Dass sie in Kauf nehmen, dass jetzt vier Jahre diese Partei im Bundestag sitzt…

Meinungsfreiheit ist wichtig. Und hart.

Wir leben in einem freien Land. Jeder darf frei seine Meinung äußern. Und damit muss man leben können.
Wenn dir jemand sagt, er findet es gut, was die AfD macht, dann ist das seine Meinung. Die muss man erstmal aushalten können.

D.h. allerdings nicht, dass wir nicht versuchen sollten wieder mehr Vernunft in unser Land zu bekommen! Eher im Gegenteil. Wir müssen akzeptieren, dass es andere Meinungen gibt. Und wir müssen versuchen zu verstehen, warum es sie gibt.
Nur wenn wir verstehen, wie Ängste und Zweifel entstehen, woher sie kommen, können wir sie doch bekämpfen. Nur das Symptom zu bekämpfen hat noch keine Krankheit besiegt. Wir müssen die Ursache ausfindig machen und dort ansetzen.

Eine Mammutaufgabe wartet also auf uns.

Du siehst: Es wird ganz schön schwer für uns werden, aber es hat nie jemand behauptet das es leicht ist. Der Wahlspruch der französischen Revolution „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ ist meiner Meinung nach so aktuell wie damals. Wir sind ein freies Land und müssen es bleiben. Gleichtheit und Brüderlichkeit müssen wir noch erreichen.
Aber die Kunst liegt in der Gewaltlosigkeit. Mit Gewalt andere unterwerfen oder „überzeugen“ kann jeder. Es mit Argumenten, Entgegenkommen, Toleranz und Liebe zu tun, das ist die Schwierigkeit. Das ist es woran wir arbeiten müssen.

Jeder einzelne von uns.

Deine
Marina
(DarkFairy)

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