Fairy fachsimpelt von Feiertagen – Gründonnerstag

Sei gegrüßt.

Heute ist Gründonnerstag – oder auch Hoher/heiliger/Palm- oder weißer Donnerstag. So viele Namen für einen Tag. Und irgendwie sind sie alle etwas seltsam. Heute möchte ich dir daher darlegen, was am Gründonnerstag „gefeiert“ wird und warum er eigentlich so heißt, wie er heißt.

Wann und was wird gefeiert?

Erst mal handelt es sich in Deutschland beim Gründonnerstag heute nicht mehr um einen gesetzlichen Feiertag. Ja, das war mal anders – bis ins 19. Jahrhundert hatte am in Teilen des deutschsprachigen Raumes heute frei.
Trotzdem ist es ein erwähnenswerter Tag – zumindest für die Christen. Bei denen wird nämlich gefeiert.
Gut, irgendwie will mir das Wort „feiern“ einfach nicht gefallen in diesem Zusammenhang, geht es am Gründonnerstag doch in erster Linie um das letzte Abendmahl Jesu und dessen Verhaftung. Auch wenn ich nicht gläubig bin, erscheint es mir doch etwas gemein diesen Tag zu „feiern“.

Da heute mit der Vesper das sogenannte Triduum Sacrum (die Feier der drei österlichen Tage Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag) beginnt, zählt der Gründonnerstag zu den drei Kartagen. Ostersonntag ist ja kein Kartag mehr. Jedenfalls sind diese drei Kartage dem Leiden und Sterben Jesu gewidmet und das zu feiern… naja… wie gesagt…

Namen sind Schall und Rauch…

…zumindest trifft dies oft auf ihre Herkunft zu. Es gibt nämlich vier verschiedene Theorien, woher der Name „Gründonnerstag“ denn nun kommt:

  1. Im Lukas-Evangelium (Kapitel 23 Vers 31) ist von lebendigem (sprich grünem) Holz und verdorrtem Holz die Rede. Gemeint sind hier Büßer (verdorrt), denen die Sünden erlassen wurden (grün), die also somit zu „Grünen“ (lat. virides) wurden.
    Und nein: Mit der Partei hat das jetzt nichts zu tun, die meinen das Grün anders.
  2. Es gibt für verschiedene Zeiten verschiedene liturgische Farben in der Kirche. Z.B. ist Violett die liturgische Farbe der Trauer und wird u.a. bei Beerdigungen verwendet. Jedenfalls ist die Farbe für Gründonnerstag heute zwar weiß (Weißer Donnerstag s.o.), aber früher war das nicht einheitlich, da es in verschiedenen Regionen unterschiedliche Bräuche gab, irgendwoher könnte also Grüner Donnerstag stammen.
  3. Es gibt einen Brauch – mindestens seit dem 14. Jahrhundert, vielleicht länger – am Gründonnerstag grünes Gemüse zu essen. Also sowas wie Grünkohl, Salate, junge Triebe oder auch grüne Kräuter.
  4. „Grüner“ hat sich mit der Zeit aus dem ursprünglichen „Greinen“ entwickelt, also dem aus dem althochdeutschen stammenden Begriff für „weinend den Mund verziehen“. Hier spielt der Begriff wieder auf die Sünder und das Leiden Jesu an.

Fliegende Glocken und nackte Altäre

Hast du schon mal von der Legende gehört, dass die Glocken über die Kartage nach Rom fliegen?
Nach dem Gloria in der Messe am Abend des Gründonnerstags machen sie sich auf den Weg und kehren erst in der Osternacht zurück.
Natürlich fliegen sie nicht wirklich weg, aber schweigen tun sie trotzdem. Stattdessen wird „gekläppert“, wie man bei uns sagt. Andernorts sagt man auch Ratsche, statt Kläpper, aber letztlich ist es das gleiche: fiesen Lärm mit Holz machen.

Ebenso wird es weniger… ähm… andächtig (ein besseres Wort fällt mir gerade nicht ein), durch die Entblößung des Altars – sprich Decken und Schmuck kommen weg. Und auch hier wieder Symbolik bis zum Abwinken: Einmal steht das Ganze nämlich für Trauer, aber genauso erinnert es daran, dass man Jesus die Kleider vom Leib riss.

Das sollte jetzt aber auch reichen, denke ich. Fachsimpelei von Feiertagen finito. XD
Nein ernsthaft: Der Beitrag war lang genug, du hast eventuell etwas neues gelernt und ich konnte noch mal so richtig klugscheißen. Also haben wir alle etwas vom heutigen Beitrag *lach*

Deine
Marina
(DarkFairy)

P.S.: Mein Geburtstagsgewinnspiel läuft noch bis Samstag!

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Quelle:
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCndonnerstag (Stand: 28.03.18, 15:03 Uhr)
  • Langjährige Messdiener-Erfahrung 😉
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