O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie nachhaltig bist du?!

Sei gegrüßt.

Es weihnachtet sehr, da wird es definitiv Zeit für einen thematisch passenden Beitrag. Letztes Jahr habe ich einen Beitrag zum Thema „Nachhaltiges Weihnachtsfest“ veröffentlicht. Seitdem – das war immerhin vor quasi genau einem Jahr – habe ich mehr gelernt. Ich habe mehr ausprobiert, gelesen und mich weiterentwickelt in Richtung Zero Waste.
Dieses Jahr lege ich für mein persönliches nachhaltiges Weihnachtsfest daher eine Schippe drauf. Wir haben uns nämlich einen nachhaltigen Weihnachtsbaum gebaut, den wir ab jetzt für viele Jahre nutzen können.

Aber ein Baum ist doch etwas natürliches, wo ist da jetzt wieder da Problem?

Ich gebe zu, wenn man anfängt sich mit Müllvermeidung und so weiter zu beschäftigen, ist ein Weihnachtsbaum jetzt nicht das erste auf der Liste, das einem einfällt. Schließlich ist es ein Baum. Also natürlicher geht doch kaum noch. Ja, aber:

Der Ressourcen-Verbrauch ist immens. Jährlich kaufen die Deutsch rund 30 Millionen Weihnachtsbäume [1,2], die dann im besten Fall ein paar Wochen zum Einsatz kommen. Danach landen sie in der Regel auf dem Müll. Nachhaltig ist anders.
Ein weiterer Punkt ist die Tatsache des Anbaus. Konventionell angebaute Weihnachtsbäume kommen aus Dünger und Pestizid belasteten Monokulturen. Teilweise dann auch noch aus anderen Ländern. Nicht unbedingt umweltfreundlich, oder?

Mehr zur Umweltfreundlichkeit von Weihnachtsbäumen, findest du entweder in dem Artikel unter Quelle 1 oder bei Shia auf ihrem Blog WastelandRebel.

Zu Weihnachten gehört aber ein Weihnachtsbaum! *jammer*

Keine Frage, sehe ich genau so. Aber Weihnachtsbäume können ja sehr unterschiedlich aussehen. Man kann eine Tanne, Fichte oder Kiefer wählen. Ihn einfarbig, kunterbunt oder überhaupt nicht schmücken. Elektrische oder echte Kerzen. Oder eben den „Baum“ in dem Sinne einfach weglassen. So wie wir dieses Jahr. Ich spanne dich nicht weiter auf die Folter, sondern zeige dir jetzt mal unseren Baum zum derzeitigen Zeitpunkt (er wird noch etwas überarbeitet und geschmückt).

Die Idee diesen wundervollen Baum zu bauen, lieferte mir übrigens der Vater der ZeroWaste-Bloggerin Louisa Dellert, Heiko Dellert. Auf Instagram hat er einen Heimwerk- und DIY-Profil unter dem Namen Rooferdaddy.
Dort hat er auch gezeigt, wie man einen nachhaltigen Weihnachtsbaum bauen kann. Mir gefiel die Idee direkt super, daher habe ich meinem Freund das Bild und das Video (du brauchst ein Instagram-Konto um das Video zu sehen, das Foto geht auch ohne) gezeigt und es war schnell klar, dass wir gemeinsam auch so einen Baum bauen wollen.

Wer will fleißige Handwerker seh’n?

Herr Dellert scheint insgesamt im Basteln und Bauen etwas geübter zu sein und macht alles eher so frei Schnauze. Wir wollten aber lieber genau wissen wie groß unser Baum sein soll und wie lang die Latten dann sein müssen, damit der Baum sich gleichmäßig nach obenhin verjüngt.
Falls du Interesse hast auch einen Baum zu bauen, sind hier unsere Maße:

Material für einen nachhaltigen Weihnachtsbaum
– Je vier Latten in folgenden Längen: 100 cm, 88 cm, 76 cm, 64 cm, 52 cm, 40 cm, 28 cm, 16 cm
– 30 kleine Stückchen als Platzhalter (wir haben sie mehr oder weniger in der breite der Latte – also als Quadrate – gewählt)
– 1 Besenstiel aus Holz (120 cm)
– Für den Kasten unten: zwei Bretter á 30×30 cm + drei Seiten Teile (ca. 15×30 cm, wir haben übrig gebliebene Einlegeböden unseres DVD-Regals benutzt)

Am besten ist es natürlich wenn du FSC zertifiziertes Holz nimmst, bei uns gab es das aber leider nicht.

Jetzt brauchst du nur noch eine Säge, eine Lochsäge (so ein Aufsatz für auf die Bohrmaschine), Schleifpapier, ein paar Schrauben, ggf. Winkel und etwas handwerkliches Geschick – aber wirklich nur etwas – und dann heißt es ran an den Baum. Die Werkzeuge kann man sich übrigens entweder von Freunden und Bekannten leihen oder man fragt mal im Baumarkt, die vermieten auch manchmal Werkzeug, kaufen sollte man es extra dafür auf jeden Fall nicht.

Wie genau den Baum jetzt baust, brauche ich, glaube ich, nicht zu erklären. Wenn du aber doch Fragen hast, beantworte ich diese gerne in den Kommentaren.

Deine
Marina
(DarkFairy)

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Quellen:

[1] https://www.swr.de/natuerlich/gruene-weihnachtsbaeume/-/id=100810/did=14495606/nid=100810/mzqgrp/index.html (Stand: 09.12.18, 12:24 Uhr)
[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/372294/umfrage/absatz-von-weihnachtsbaeumen-in-deutschland/ (Stand: 09.12.18, 12:24 Uhr)

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2 Comments

  1. Kommentare von Simon:

    Ein kleiner Hinweis noch an alle Leser:
    Fast jeder Baumarkt bietet heutzutage an das bei Ihnen bestellte Holz zurecht zu sägen.
    Man kann also a) Auch die längern, zumeist etwas günstigeren, Latten kaufen und b) diese auch gleich in die benötigten Längen schneiden lassen.
    Das erspart einem etwas Arbeit und vor allem Dreck in der eigenen Wohnung :-)

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