Mein Senf zu: Conan der Cimmerier – Jenseits des schwarzen Flusses

Sei gegrüßt.

Seit Elli hat durchblicken lassen, dass sie ein Special zu Robert E. Howard und dessen Conan-Reihe machen möchte, wollte ich gerne auf meinem Blog einen Beitrag dazu beisteuern. Ich schrieb Elli, dass ich ein Graphic Novel zu Conan hätte und dieses gerne zeitgleich zu ihrem Spezial vorstellen würde. Heute ist es soweit!
Ellis Projekt ist wirklich krass. Sie hat sich selbst übertroffen, was Recherche und Schreiben anbelangt und ich empfehle jedem, sich das mal anzuschauen. Meine Rezension ist dagegen ein kleiner Tropfen in einem riesigen Meer, auch wenn es keine für mich typische Rezension wird…

Bevor es los geht, möchte ich noch kurz erwähnen, dass ich das Graphic Novel im Rahmen des Gratis Comic Tags 2019 erhalten habe. Daher kann ich dir zwar nicht die originale Hardcover-Ausgabe zeigen, aber Inhalt etc. sind gleich, da es sich um das gesamte Album handelt und nicht nur um einen Auszug.

Allgemeine Infos

KlappentextEckdaten
Der schwarze Fluss im Land der Pikten ist die letzte Grenze zwischen der Zivilisation und ungezügelter Wildnis. Kein Weißer hat ihn je überquert und kehrte zurück, um davon zu berichten. Keiner außer Conan. Im Herzen des Dschungels verbündet er sich mit dem jungen Balthus und seiner Gruppe tapferer Siedler. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem bösartigen Magier Zogar Sag, dessen Ziel es ist, die piktischen Stämme unter seiner Herrschaft zu vereinen und eine blutige Invasion zu beginnen…

Jeder Band der Reihe umfasst eine abgeschlossene Geschichte, basierend auf einem Originalwerk von »Conan«-Schöpfer Robert E. Howard, und beinhaltet umfangreiches Bonusmaterial zur Entstehung des Mythos »Conan« und der Comic-Adaptionen.
 Titel  Conan der Cimmerier: Jenseits des schwarzen Flusses
 Reihe / Band  Conan der Cimmerier / 3
 Szenario  Mathieu Gabella (nach Vorlage von Robert E. Howard)
 ZeichnerIn  Anthony Jean
 Verlag  Splitter-Verlag
 ISBN  978-3-96219-204-4
 Seiten  64 inkl. Bonusmaterial
 Erscheinungsdatum  22.01.2019
 Preis (Hardcover)  15,80 €

Mein Senf

Ich gebe zu: Mit Conan, dem Barbar (bzw. dem Cimmerier, wie es politisch korrekt heißt) hatte ich nie viel am Hut. Das Bild, das ich von Conan hatte, war das eines gewissen muskelbepackten, eingeölten und langhaarigen Kriegers österreichisch-stämmigen Schauspielers. Ich denke, man kann behaupten, dass Arnold Schwarzenegger die Wahrnehmung der Figur des Conan in gewisser Weise mitgeprägt hat. Ja, die Filme beruhen auf den Büchern von Robert E. Howard, aber da sogar die Filme älter sind als ich, war es einfach dieses Bild, das sich mir eingebrannt hat – und das, obwohl ich die Filme zugegebenermaßen nie gesehen habe. ^^‘

Allerdings war genau dieser Umstand – also die Prägung durch die Filmbilder und das Wissen um die Bücher, nicht dass ich die Filme nie gesehen habe, das ist okay so – der mich neugierig machte auf das Graphic Novel. Ich wollte näher an den ursprünglichen Conan heran, ohne die Bücher zu lesen, denn Arni hätte immer mein Kopfkino-Bild überlagert.
.oO(Kennst du das? Du schaust dir eine Buchverfilmung an und kriegst einfach dein eigenes Bild von Figuren nicht mehr zusammengesetzt, da das Filmbild dominanter ist?)
Ein Medium mit Bildern, aber ohne den Österreicher, schien mir also genau richtig und ich schnappte mir beim Gratis Comic Tag das entsprechende Heft.

Bis ich es las verging allerdings beinahe ein Jahr. Und auch dann brauchte ich tatsächlich zwei Anläufe. Noch einmal knapp fünf Monate dauerte es, bis ich diese Rezension hier beendete.
Ich kann nicht recht fassen, was es ist, aber irgendwie wurde ich nicht so richtig warm mit dem Graphic Novel. Vielleicht war es der ziemlich düstere Stil, vielleicht war es auch die Tatsache, dass ich das Gefühl hatte mitten im Abenteuer zu starten. Vielleicht hängt Letzteres damit zusammen, dass der mir vorliegende Teil Band 3 der Reihe ist, aber da es sich bei den Originalgeschichten von Robert E. Howard um Kurzgeschichten handelt, kann ich das nicht mit Sicherheit sagen. Die einzelnen Bände enthalten jedenfalls abgeschlossene Geschichten, was aber ja nicht heißt, dass man die Figur „Conan“ nicht besser kennenlernen würde, wenn man vorne beginnt.

Conan gefiel mir allerdings, so wie ich ihn hier kennenlernte, sehr gut – und er hatte so gar nichts mit einem gewissen eingeölten, Lendenschurz tragenden Österreicher zu tun. Zum Glück. Conan ist ein Krieger, in der Wildnis bewegt er sich wie ein wildes Tier. Er stand in meinen Augen den Siedlern näher als den Pikten, für die Siedler war aber auch er ein Barbar. Diese Selbstüberschätzung gefällt mir nicht.

Der abschließenden Satz der Geschichte wird wohl oft (fälschlicherweise) als die Quintessenz der Gedanken des Cimmeriers gedeutet.1

Am Ende wird die Barbarei immer triumphieren.

– Jenseits des Schwarzen Flusses

Dieser Satz gefiel mir richtig gut. Jetzt, wo ich bereits Teile von Ellis Ausführungen zu Robert E. Howard gelesen habe, habe ich das Gefühl, dass ich den Satz anders verstanden habe, als Howard ihn meinte, aber trotzdem gefällt mir meine Interpretation. Was heißt schon zivilisiert? Sind wir das wirklich? Zivilisiert? Sicher bin ich mir da nicht, wenn ich mir die Nachrichten so anschaue…

Aber zurück zum Graphic Novel.
Dieser scheint sehr dicht an der Originalerzählung von Conan-Schöpfer Robert E. Howard zu sein – was wohl, wie Elli näher ausführt, nicht immer der Fall ist bei Conan-Stories. Für mich legte das aber bereits vor Ellis Ausführungen das Nachwort nahe.
Das Nachwort bzw. insgesamt der Anhang werten das Graphic Novel übrigen noch mal auf, wie ich finde. Eine spannende Geschichte ist die eine Sache, aber ich mag es, wenn ich weitere Infos erhalte und Skizzenentwürfe zu sehen bekomme.

Insgesamt ist es wohl eine Geschichte, wie ich sie bei Conan, „dem Barbaren“ erwartet habe. Aktion lastig, kämpferisch, blutig und mit hohem Tempo erzählt. Sie ist nur düsterer, als ich dachte. Das mag einfach an der farblichen Gestaltung liegen, aber sicher auch an der Erzählung an sich. Wer Aktion will und nicht lange auf die Entwicklung einer Story warten möchte, liegt hier genau richtig. Wer gerne mehr Tiefgang hätte, wird – glaube ich – nicht so glücklich mit diesem Graphic Novel.

Deine
Marina
(DarkFairy)

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1 laut Nachwort von Patrice Louinet zum Graphic Novel, Mai 2018

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