Mein Senf zu: Noah

Seid gegrüßt.

Ich bin am Dienstag mit meinem Freund im Kino gewesen. Wir haben uns „Noah“ angesehen. Hier möchte ich euch jetzt ein bisschen darüber berichten. Ich möchte aber vorher darauf hinweisen, dass es den einen kleinen Spoiler (für die ersten 10 Filmminuten) geben wird.

Ich glaube zwar, dass ich nicht viel zur Handlung sagen muss, aber nur für den Fall, dass hier jemand nicht weiß, worum es in der biblischen Geschichte um die Arche Noahs geht, tue ich es trotzdem:
Noah ist ein rechtschaffender Mann und der letzte Nachfahre des Set (dazu später mehr). Gott sendet ihm Visionen vom nahenden Ende der Welt und trägt ihm auf, alle unschuldigen Geschöpfe zu retten. So baut Noah eine Arche und gewährt je einem Paar von allem „das da kreucht und fleucht“ (also allen Tieren 😉 ) Zuflucht. Die Menschen, sind dazu verdammt vom Angesicht der Erde getilgt zu werden.

Trailer auf Youtube ansehen

Stil: Wer jetzt aber aufgrund der Handlung und des Trailers eine knallharte eins-zu-eins Bibelverfilmung erwartet, liegt daneben.

Gleich zu Beginn des Films werden die Wächter vorgestellt (die im Übrigen ganz geschickt nicht im Trailer zu sehen sind 😉 ). Gefallene Engel, die jetzt in einer steinernen Hülle gefangen sind und aussehen wie Golems mit vier Armen… Ja, erst denkt man: „Ooookay… Was ist das jetzt? Bibel auf klassische Fantasy getrimmt?“ Im Laufe des Films und auch danach noch, wusste ich nicht so recht, was ich von diesen Wächtern halten soll. Zumal: Man hätte sie auch vollständig weglassen können, der Handlung als solcher hätte das auf jeden Fall nicht geschadet. Aber im Sinne einer eigenen Interpretation der Filmemacher waren sie denke ich nicht schlecht, da es sonst vielleicht doch eine Bibelverfilmung geworden wäre, die schnell an Gehirnwäsche à la einer bekannten, neuen, religiösen Bewegung aus den 50er Jahren erinnert hätte.
Denn gerade für leicht beeinflussbare Menschen könnte so ein Film mit richtig guten Bildern, ein bisschen Gemetzel in schönster Hollywoodmanier und einem Gänsehaut-verursachenden Soundtrack in Verbindung mit dem Schöpfer und dessen unbarmherziger Strafe irgendwie in die falsche Richtung weisen (Fundamentalismus ist nicht gut 😉 ).

Aber auch an anderer Stelle wurde sich nicht streng an die Bibel gehalten. Z.B. hatte nur Noahs Sohn Sem eine Frau und nicht alle seine Söhne, wie es in der Bibel ist.

Allgemein finde ich die Thematik nicht schlecht. Vor allem hat sie auch heute noch eine gewisse Bedeutung.
Im Film ist die Menschheit in zwei Gruppen geteilt.
Einmal sind da die Nachfahren von Set (dem Sohn von Adam und Eva, den kaum einer kennt) und zum anderen gibt es die Nachfahren von Kain (dem Sohn von Adam und Eva, der hoffentlich schon etwas bekannter ist – Tipp: Er hat seinen Bruder Abel erschlagen).
Die Nachfahren Sets (also im Prinzip Noah und seine Familie) achten den Schöpfer und die Welt die er erschaffen hat. Sie nehmen nur was sie brauchen. Die Nachfahren von Kain (der ganze Rest der Menschheit scheinbar…) dagegen nehmen sich was immer sie auch haben wollen. Sie bringen einander um und betreiben Raubbau überall da, wo es etwas zu holen gibt. Zurück bleibt nur eine kahle, dunkle Ödnis.
Und auch heute gibt es viel zu viel Totschlag, Mord und Krieg auf dieser Welt. Außerdem scheint Nachhaltigkeit vielen immer noch ein Fremdwort zu sein…

Richtig gut gemacht sind die Zeitsprünge in dem Film. So kann man z.B., als Noah seiner Familie die Geschichte der Schöpfung erzählt, im Zeitraffer mit verfolgen, wie die Erde und das Leben entstanden sind. Interessanter Weise ausgehend vom Urknall und über eine chemische und biologische Evolution.

Oder auch die Engel und Adam und Eva nur als Lichtgestalten darzustellen war eine gute Idee.

Figuren/Besetzung: Als erstes zu erwähnen wäre da natürlich Noah, wer sonst 😉  Gespielt wir er von einem überaus überzeugenden Russell Crowe. Sehr gut zeigt er die Zweifel, die Noah plagen.
Auch erwähnenswert finde ich Emma Watson als Ila (Noahs „Adoptivtochter“). Mich hat sie tatsächlich positiv überrascht und sie ist definitiv erwachsen geworden. Von der einstigen Hermine ist nichts mehr zu spüren 😉

Weitere Besetzung:

Rolle Besetzung
Noahs Frau Naama Jennifer Connelly
Der älteste Sohn Sem Douglas Booth
Der mittlere Sohn Ham Logan Lerman
Der jüngste Sohn Japhet Leo McHugh Carroll
Tubal-Kain, Anführer der Nachfahren Kains Ray Winstone
Methusalem Anthony Hopkins

Fazit: Noah ist ein Film, der schwer zu beurteilen ist. Ich denke jeder, der interessiert ist, sollte sich ein eigenes Bild machen. Man sollte eben nur nicht mit den Erwartungen an eine Bibelverfilmung ins Kino gehen. Schlussendlich kann ich eigentlich nicht wirklich sagen, wie mir der Film jetzt gefallen hat. Er war nicht schlecht und ich glaube auch, es war gut ihn im Kino zu sehen. Auf DVD o.ä. hätte ich ihn vermutlich nicht gesehen und das wäre schade gewesen, denn der Film regt definitiv zum Nachdenken und vor allem auch zum Diskutieren an. Und ich diskutiere doch so gerne über religiöse Themen 😉

Eure
DarkFairy

P.S.: Hab den Film übrigens ohne 3D gesehen. Denke das ist auch vollkommen ausreichend in 2D 😉

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4 Comments

  1. Kommentare von Tatjana Kirsten:

    Ui -voll cool, wusste auch die ganze Zeit nicht was ich von dem film halten soll, aber deine rezi find ich super!!!!! Ich schau ihn mir jetzt auf jeden fall mal an =)

  2. Kommentare von aleshanee75:

    Guten Morgen!

    Hab ja den Film vor ein paar Tagen angeschaut und muss sagen, dass ich ihn doch etwas langweilig fand. Schöne Bilder, auf jeden Fall, und die Idee mit den gefallen Engeln fand ich sehr genial – das wars aber dann auch. Ich hätte mir schon erhofft, dass es sich mehr an die Bibel hält. Ich kenne von Noahs Geschichte nur die Grundzüge und hätte erwartet, dass mir hier eben anschauen kann, was es genau damit auf sich hat. Diese ganzen Änderungen fand ich irgendwie fehl am Platz und haben mich eher irritiert …

    Das ist so ein Film bei dem ich mir denke: Muss ich nicht unbedingt gesehen haben.

    Liebste Grüße, Aleshanee

    • Kommentare von meerderwoerter:

      Liebste Aleshanee!

      Dass dieser Film so ganz anders ist als in unserer Bibel liegt vermutlich daran, dass Darren Aronofsky alle Bibeln und generell alle Texte genommen hat, in denen die Geschichte der Arche vorkommt, und daraus dann eine Gesamtgeschichte geschrieben hat. Ach ja, Ila ist nur ein Lückenfüller, und wegen ihr habe ich geweint in diesem Film, und ich weine einfach nie in Filmen. Und es war nicht wegen der Kinder.

      Ich weiß nicht, ich kann einfach nicht aufhören, den Film in den Olymp zu erheben. Die schauspielerische Leistung der Schauspieler, der Umweltaspekt, die Tatsache, das man über den eigenen Tellerrand hinausschauen kann.

      Ich habe schon wieder Lust darauf bekommen, den Film wieder anzuschauen. Tja, vielleicht mal aus einer feministischen Sichtweise.

      Liebe Grüße,
      MeerderWörter

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