Dämmerung der Dämonen – 2

Fortsetzung von Dämmerung der Dämonen – 1

In der Sakristei bot Kambs seinem Gast einen Stuhl an und setzte sich selber auf einen zweiten.
„Also, worum geht’s?“, meinte der Priester erwartungsvoll und sah die Frau an.
„Also… ich weiß nicht wie ich anfangen soll…“, druckste die eben noch so selbstbewusst wirkende junge Frau herum.
„Wie wär es mit deinem… Entschuldigung… Ihrem Namen? Ich bin Alexander Kambs, Priester wie Sie schon gemerkt haben“, lächelt Kambs aufmunternd. Er fragte sich, was die junge Frau wohl von ihm wollte, wenn nicht beichten. Schließlich kannten sie sich ja nicht.
Die junge Frau lächelte zurück.
Du ist schon in Ordnung. Ich heiße Ela. Ich studiere Bio und Chemie…“, setzte sie an, und schien dann einen Moment nach den richtigen Worten zu suchen, bevor sie fortfuhr: „…und ich kann Dämonen sehen.“
Kambs runzelte die Stirn, bevor er dann fragend eine Augenbraue hochzog.
„Ähm… du… du kannst Dämonen sehen“, wiederholte er. Der Priester fragte sich, ob das ein schlechter Scherz sein sollte, ob es vielleicht um eine Wette ging oder ob die Studentin einfach nur verrückt war.
„Ich denke schon…“, murmelte die Studentin kleinlaut.
„Du denkst?“, brummte Kambs. Seine Skepsis wuchs. Er hatte eigentlich keine Lust sich von einer Studentin verarschen zu lassen.
„Naja es sind mehr so etwas wie… Visionen…“, lenkte Ela nun ein. Der Priester schwieg, verschränkte die Arme vor der Brust und beobachtete sie nur aufmerksam.
„Ich versuche mal es Ihnen zu beschreiben. In letzter Zeit passiert es immer häufiger, dass Bilder auf mich einstürmen. Naja und da sehe ich Orte oder Ereignisse, so real und bedrohlich, dass ich sie einfach nicht ignorieren kann“, erklärte die Studentin und knetete dabei ihre Hände.
„Ich sehe dabei Dämonen, denn nichts anderes können diese Wesen sein. Sie brechen über Koblenz herein, jagen und töten.“
Kambs erhob sich. „Ich habe keine Zeit für so etwas“, sagte er mit strengem Blick und fügte dann hinzu: „Wenn das wirklich dein Ernst ist, kann ich dir sowieso nicht helfen. In diesem Falle solltest du dich vielleicht an einen Psychologen wenden.“
Auch die Studentin erhob sich.
„Ich wusste Sie würden mir nicht glauben, auch wenn eine dieser Visionen mich zu Ihnen geführt hat. Wie dem auch sei: trotzdem danke, dass Sie mir zugehört haben.“
Die junge Frau sah dem Priester noch einmal kurz in die Augen, bevor sie dann ohne ein weiteres Wort verschwand.
Kambs hatte sich wieder auf den Stuhl fallen lassen und noch einen Moment über das Gespräch nachgedacht, bevor er sich wieder seiner Arbeit gewidmet hatte.

Fortsetzung folgt…

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