Ode an das Buch

Seid gegrüßt.

Ich habe zwar schon mal über meine Liebe zum Lesen geschrieben, aber aus gegebenem Anlass möchte ich diesen Beitrag einem der tollsten Dinge auf dieser Welt widmen: Dem Buch.

Aus gegebenem Anlass deshalb, weil ich gerade (18.9.) eine umfangreiche Diskussion über E-Books mit meinem Freund geführt habe. Ich hatte bis dato noch gedacht, ich würde mir dieses Jahr zu Weihnachten einen E-Reader wünschen, aber in dieser Diskussion wurde mir bewusst, dass ich das eigentlich gar nicht will. Und durch nette Hinweise meines Freundes wurde mir bewusst, dass ich scheinbar ein ganz anderes Verhältnis zu Büchern habe als andere Menschen. O.o

Ich lese ein Buch nicht einfach, ich zelebriere es. Ehrlich, dass ich meine Bücher statt in ein Regal noch nicht auf einen Altar stelle ist auch echt Alles… Meine Bücher sind mir heilig!
.oO(Ich fand es sehr nett, als ein Freund mich kürzlich Bücherpäpstin nannte)

Und deshalb will ich keinen doofen Bildschirm. Ich will Papierseiten. Wundervolle, filigrane, schwere Papierseiten. An denen ich riechen kann. Durch die ich mit einem Rascheln durchblättern kann – und nicht drüber wischen muss – und die ich einfach auch mal mittendrin aufschlagen kann, um die beschriebenen Seiten auf mich wirken zu lassen.

Ich will auch kein blödes Kunststoffgehäuse. Ich möchte Hardcover und Taschenbücher. Ich möchte meine Bücher fühlen. Ist das Cover glatt oder nicht? Ich möchte über geprägte Buchstaben, den Titel und den Namen des Autors fahren können ohne nervige Fingerschmieren zu hinterlassen oder dabei ständig die Seite zu wechseln.

Ich möchte ein Buch auch an meine Brust pressen können, wenn ich mal wieder davon überwältigt bin, welche Welten es mir öffnet. Ich möchte dabei keine Angst haben müssen mein „Buch“ ausversehen kaputt zu machen.

Ich will keinen beknackten „Klick“ um mir zu merken wo ich dran bin. Ich will ein Lesezeichen! Aus Papier, aus Stoff – egal, hauptsache hübsch und besonders.

Ich möchte keinen Haufen Daten lesen, der der Erhabenheit des geschriebenen Wortes nicht gerecht wird. Ich empfinde es tatsächlich so, als würde ein E-Book gar nicht so gewürdigt wie ein richtiges, echtes Buch. Für mich kommt das Gefühl auf, dass der Wert eines Buches verloren beim E-Book verloren geht.

Johannes Gutenberg hat im „finsteren Mittelalter“ den Grundstein für etwas wunderbares gelegt. Für etwas das Licht in mein Leben bringt. Etwas, auf dass ich für nichts auf der Welt verzichten möchte.

Ich sehe ja ein, dass so ein E-Reader durchaus Vorteile hat. Ist halt leichter. Es passen tausende von Büchern auf einmal drauf und so weiter. Aber, wenn ich unterwegs lesen möchte, dann ist mir das wichtig und dann ist mir auch mein 800-Seiten-Buch nicht zu schwer, um es mitzunehmen.

Das Problem ist nur, dass ich selber auch schreibe und somit eigentlich gerne die Vorteile des E-Books in Bezug auf Autoren gerne nutzen würde. Sprich: Self-Publishing. Ich weiß, ich weiß. Meine unglaublich Schizophrene Haltung zu E-Books macht mich selber schon fertig. Ich überlege derzeit tatsächlich es erstmal (wenn ich denn dann endlich mit meiner Geschichte fertig bin) bei ein paar Verlagen zu versuchen. Als E-Book kann ich es dann immernoch später herausbringen. Ich möchte damit ja auch nicht reich werden. Ich möchte einfach nur, dass die Menschen da draußen meine Welten und Charaktere kennen und vielleicht sogar lieben lernen.

Aber selbst wenn ich diese Vorteile auch sehe und sogar zum Teil anerkenne: Das gute alte Buch wird mir immer lieber sein. Ein gedrucktes Wort hat immernoch eine ganz andere Wirkung als etwas, dass man als Datei oder online liest.
.oO(sagte sie in ihrem Online-Blog…)
Meinetwegen können E-Book und Buch ja neben einander existieren, aber ich bete, dass ich den Tag, an dem das Buch vollständig vom E-Book abgelöst wird, nicht mehr erleben muss! Es würde mir das Herz brechen!

Und zu guter Letzt: Bin ich wirklich alleine auf dieser Welt? Oder gibt es noch andere Menschen, die eine solche Obsession für Bücher hegen?

EDIT (24.9.): Nachdem ich diesen Beitrag jetzt vor einer Woche vorbereitet habe und die ganze Zeit über Bücher und E-Books nachgedacht habe, muss ich doch nochmal klarstellen: Ganz nüchtern betrachtet, habe ich gar nichts gegen E-Books. Wirklich nicht. Aber ich möchte sie halt ungerne selber lesen oder so. Dennoch werde ich mir die Vorteile als Autorin zu nutze machen, da es mir darum geht, meine Geschichten auch anderen Menschen zugänglich zu machen 😀 Vielleicht werde ich es bei Verlagen versuchen, vielleicht auch nicht. Wenn ich meine Geschichte aber als E-Book veröffentlichen und vielleicht sogar ein paar Mal verkaufen kann, dann ist das für mich schon ein riesiger Schritt.

Eure
DarkFairy

 

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2 Comments

  1. Kommentare von wortmagieblog:

    Huhu,

    wir haben das Gespräch über E-Books ja bereits geführt. Ich muss sagen, ich bin in meiner Entscheidung kein Stück weiter gekommen. Aber ich möchte deinen tollen Beitrag dazu nutzen, eine kleine Anekdote zu erzählen.
    Letzten Monat hatte die Mutter meines Freundes Geburtstag. Er ist natürlich zur Party gefahren, aber ich konnte nicht und musste zu Hause bleiben. Das war ein oder zwei Wochen, nachdem wir mein neues, erweitertes Bücherregal angebracht haben. Mein Freund hat seiner Familie natürlich davon erzählt und Fotos rum gezeigt. Alle waren total erstaunt von der schieren Menge an Büchern, die bei mir wohnen, denn seine Verwandten sind nicht die großen Leser. Und dann kam die Frage, die auch mir zeigte, dass ich einfach ein anderes Verhältnis zu Büchern habe.
    „Warum kauft sie sich keinen E-Book-Reader? Das nimmt doch viel weniger Platz weg.“
    Ich denke, ich muss dazu nichts weiter sagen. 😉

    Viele liebe Grüße,
    Elli

    • Kommentare von therealdarkfairy:

      Hey,
      ich habe meinem Freund direkt gesagt: „Ich hab nicht allein auf dieser welt ein solches Verhältnis zu Büchern. Elli von Wortmagie bestimmt auch…“
      Danke, dass ich nicht alleine bin 😀
      Liebe Grüße

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