Traumjob!? – Model

Seid gegrüßt.

In dieser neuen Kategorie, werde ich Menschen zu ihrem Job befragen. Gerade da ich ja auch – derzeit zumindest noch – mit jungen Menschen arbeite, die z.T. kurz vor ihrem Eintritt in die Berufwelt stehen, fand ich diese Idee sehr interessant.
Falls jemand zu einem bestimmten Job etwas wissen will, schreibt es in die Kommentare, ich kann ja mal schauen, ob ich da wen kenne 😉Traumjob_small

Die Idee zu dieser Kategorie kam mir, als am 11.03. ein Model den Instagram-Account von EMP übernommen hatte, um ein paar Eindrücke vom Shooting zu teilen. Das Model wirkte so mega sympathisch – und hatte so fantastische Haare O.O – das ich es einfach mal angeschrieben habe.

Das Model ist ein er und ist echt sehr nett gewesen. Er war gerne bereit mir ein paar Fragen zu beantworten, auch wenn er das Modeln nicht hauptberuflich macht.

Heute könnt ihr also das erste „Job-Interview“ in der neuen Kategorie „Traumjob!?“ lesen:

1. Stell dich bitte kurz vor. Wer bist du und was machst du so?

Mein Name ist Kevin Bachmann, ich bin 27 Jahre alt und bin auf diversen Netzwerken als „The Creekman“ unterwegs. Ich vermarkte mich dort selbst im Bereich Mode- und Lifestyle-Blogging. Des Weiteren bin ich bei diversen Agenturen als übliches Male-Model buchbar.

2. Wie bist du zum Modeln gekommen?

Im Grunde bin ich von einem ins andere gerutscht…
Es ging alles los, als ich Anfang 2015 ein Instagramprofil angelegt und festgestellt habe, dass der Typ Mann, den ich zum Teil mitverkörpere (Bart, Dutt, Tattoos etc.), über Instagram eine enorme Reichweite erzielen kann. Das wollte ich mir zunächst zu Nutzen machen, um meine damalige Band zu vermarkten.

Zunächst sind einige Fotografen auf mich aufmerksam geworden, die hobbymäßig ihr Portfolio erweitern wollten. Mit den immer besser werdenden Fotos, bedienten sich einige größere Brands und Seiten von meinen Bildern (u.a. Buzzfeed), sodass nun weitere Brands und Agenturen auf mich zu kamen und an einer Zusammenarbeit interessiert waren. Das ist eher das Modell „reingerutscht“.

In der Regel schreiben Agenturen aber konkrete Castingtermine aus, an denen man sich als „potentielles“ Model einfach vorstellen kann. In der Regel hat auch jede Agentur ein gewöhnliches Bewerbungsformular. Des Weiteren sind auf den sozialen Netzwerken und den Straßen da draußen so genannte Modelscouts unterwegs, die Ausschau nach Menschen mit Potential halten.

model creekman

Model: Kevin „The Creekman“ Bachmann
Fotograf: Lucas Coersten (Beat Photography)

3. Beschreibe bitte einen typischen Arbeitstag als Model, denn auch wenn du das nur als Nebenverdienst machst, hast du solche Tage ja trotzdem 😉

Wie ich bereits angedeutet habe, gibt es da eigentlich 2 verschiedene Stränge, wie ein typischer Arbeitstag aussehen könnte:

Da ich mich auf diversen Netzwerken überwiegend selbst vermarkte, bekomme ich für gewöhnlich auch direkt die Anfragen von Kunden. Das heißt in der Regel, dass ein Kunde (meist ein Modelabel) möchte, dass ich bestimmte Sachgüter trage bzw. in meinen „Newsfeed“ in den sozialen Netzwerken einbinde und streue. Meist ist dies mit wenig bis kaum Geldleistungen verbunden, sondern man profitiert in der Regel von den Sachgütern und der gegenseitig genutzten Reichweite zur weiteren Vermarktung.

Der eher konventionelle und finanziell tragfähigere Berufsalltag, ist die Kundenvermittlung über eine Agentur.
Dies läuft wie folgt ab: Eine meiner Agenturen kontaktiert mich, dass ein Kunde Interesse hätte und ob ich an gewissen Daten für ein Shooting oder Dreh verfügbar wäre. Die Agentur dient dort als Mittler und handelt konkrete Arbeitstage, Gagen, Reisekosten, Hotelübernachtung etc. aus. Sollte man sich da einvernehmlich über die Agentur einigen, ist man gebucht.

In der Regel bekommt man halbtägige oder ganztägige Jobs vermittelt. Ein Job beginnt dann für gewöhnlich in den frühen Morgenstunden und kann je nachdem, ob es ein Online Store oder Lifestyle Shooting oder Werbedreh völlig unterschiedlich aussehen. Die Arbeit ist daher sehr abwechslungsreich (es sei den man macht mal wieder ein 8 stündigen Online Store Shoot vor einer weißen Leinwand…).

Was bei allen Shootings in der Regel gleich ist, man wird sich zuerst den Hair and Makeup Artisten und Sytlisten widmen. Das heißt, man wird entsprechend des Wunschs des Kunden eingekleidet, geschminkt und gestyled. Das ist auch meist noch der angenehmste und entspannteste Teil der Arbeit. Danach kommt die hauptsächliche Arbeit.

Meist ist der Kunde durch ein mehrköpfiges Team vertreten, das das Shooting bzw. den Dreh unter verschiedenen Gesichtspunkten beobachtet, begleitet und Anweisungen macht. Somit ist man meist von nun an Marionette des Kunden und muss dessen Wünsche umsetzen. Dies kann auch völlig unterschiedlich sein. Es gibt Kunden, die lassen dich einfach machen und finden alles toll, während andere Anweisungen zur Haltung jedes einzelnen Fingers geben. Auch kann die Ausgestaltung der Arbeit völlig unterschiedlich sein: Von „man trägt den ganzen Tag nur ein Outfit und bewegt sich damit locker durch die Stadt“, bis zu „30 verschiedene Outfits im Minutentackt vor einer weißen Leinwand“.

Natürlich gibt es zwischendrin mal Essens- und Kaffeepausen und man wird das ein und andere mal auch wieder zu den Hair and Makeup Artisten und Sytlisten verwiesen, um sich wieder aufzufrischen. Ansonsten bekommt man aber wenig von dem „Endprodukt“ der Arbeit mit und hat auch kein Mitspracherecht, welche Bilder oder welches Videomaterial verwendet wird. Man erledigt halt seinen Job und verlässt sich auf die Rückmeldung des Kunden, dass er zufrieden ist. Meist bekommt man die Ergebnisse erst dann zu sehen, wenn man wie alle anderen mit sich im Katalog oder im Online Store konfrontiert wird.
Einige Wochen nach dem Job erhält man für gewöhnlich von der Agentur die Gage abzüglich einer Agenturprovision.

Das sind die üblichen Rahmenbedingungen. Jedoch können wie angedeutet, die Arbeitstage völlige unterschiedlich aussehen!

4. Könntest du dir vorstellen Hauptberuflich zu modeln? Bzw. könntest du das empfehlen?

Klar, könnte ich mir das vorstellen.
Die Gagen sind sehr gut, sodass man als professionelles Model im Durchschnitt mit 2-3 Jobs im Monat seinen Lebensunterhalt sichern kann. Dafür muss man als Model einfach gefragt sein und eine starke Agentur haben, um langfristig seinen Lebensunterhalt sichern zu können und frühzeitig Rücklagen zu schaffen.

Empfehlen könnte ich diesen Beruf nur für Personen, die die oben genannten Vorraussetzungen mitbringen. Ihr werdet, wenn ihr gut und gefragt seid, sehr schnell, sehr viel Geld verdienen. Jedoch sollte jedem klar sein, dass das ein sehr kurzweiliges Spiel ist, es sei denn man heißt Heidi Klum.
Als Frau sollte man schon vor dem 18. Lebensjahr Fuß im Geschäft gefasst haben, da mit Blick auf die 30 es auch einfach schon wieder vorbei ist. In der Zeit sollte man mit seinen Gagen nachhaltig Planen und Rücklagen schaffen.
Als Mann hat man den Vorteil, auch noch im höheren Alter gut gefragt sein zu können. Jedoch ist der Männermarkt deutlich kleiner. Etwa 80% aller Kundenanfragen sind für Frauen.

Ich persönlich kann aktuell davon nicht Leben, da meine Buchungen zu unregelmäßig sind. Es gibt Monate, da kann ich mit Geld um mich werfen. Dann gibt es wieder Phasen, da gibt es über Monate keine Buchung… Daher übe ich wie viele andere, einen Fulltimejob nebenher aus, sodass ich auf die Modelgagen nicht angewiesen bin. Ich kann mir somit durchs punktuelle Modeln einfach einen höheren Lebensstandard sichern, was dann einfach auch viel mehr Spaß macht, als wenn ich komplett davon abhängig wäre.

Nichtsdestotrotz, wäre mein Auftragslage deutlich besser und durchweg gesichert, würde ich es sehr gerne hauptberuflich machen wollen. Es ist einfach ein sehr abwechslungsreicher Beruf, man lernt viele Menschen kennen, man reist viel und verdient dabei auch gut (um die positiven Aspekte zu nennen!).

5. Hast du Tipps für Leute, die auch gerne Modeln würden?

Man muss ehrlich und realistisch mit sich selber sein und sollte auch eine gefestigte und disziplinierte Persönlichkeit mitbringen. Daher bin ich da auch etwas im Zwiespalt damit zu sagen, Mädels/Jungs fangt wenn früh damit an. Zum Einen müsst ihr jung sein, um gut Fuß zu fassen und andererseits damit klar kommen, dass die Kunden knallhart sind und sich nicht dafür interessieren, wer welche Persönlichkeit/Biographie hat, ob ihr euch unwohl fühlt oder irgendetwas unangenehm ist. Man wird im Grunde als Puppe oder Leinwand gebucht und muss funktionieren.
Als 27 jähriger „Mann“ – würde ich vorsichtig behaupten – hab ich mich da weitgehend schon selbst gefunden und ausprobiert und kann viel über mich ergehen lassen, da ich einfach weiß, wer ich bin und wo ich herkomme. Andere könnten wiederum dabei zu Grunde gehen und sich fragen: „Wo bleibe ich eigentlich mit meiner Persönlichkeit und meinen Bedürfnissen?“

Ihr müsst euren Körper ständig auf einem (sehr) schlanken Status Quo halten und kleinste Änderungen unmittelbar eurer Agentur mitteilen, da ein Kunde sonst Schadenansprüche geltend machen kann, wenn ihr anders ausseht oder in irgendwelche Klamotten nicht rein passt.

Auch wenn das Reisen viel Spaß macht, werdet ihr auch sehr viel alleine sein und euch sich sehr einsam fühlen. Ich möchte euch einfach die Schattenseiten auch servieren…
Ich persönlich habe das Glück, dass ich einfach mehr als „Typ“ im Commercial Bereich gefragt bin und meine Persönlichkeit ein Stückweit das ist, was der Kunde buchen will. Dafür funktioniere ich (leider) weniger als wandelnder Kleiderständer im Fashionbereich.

Also kurz und knapp: Wenn ihr Modeln wollt, seid euch über die oben genannten Dinge bewusst. Stellt euch bei einer oder mehreren Agenturen vor. Solltet ihr mehrere Absagen erhalten, versucht realistisch und ehrlich zu sein, woran es liegen könnte. Man kann nur begrenzt sich in diesen Beruf einarbeiten. Dazu gehört Ernährung, Sport, Körperpflege, aber auch Selbstbewusstsein und Ausdruck vor der Kamera. Viele andere Dinge bekommt man wiederum in die Wiege gelegt oder nicht…

An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an Kevin! Danke, dass du meine Fragen beantwortet hast und dass ich das Interview hier veröffentlichen darf. Und auch Danke für den netten Kontakt insgesamt. Und ich beneide dich immer noch um deine geilen Haare…

An meine lieben LeserInnen: Schaut einfach mal auf Kevins Social-Media-Accounts vorbei. Er ist ein netter Kerl und außerdem nett anzusehen 😉 .oO(Finde ich zumindest)

Kevin aka „The Creekman“ auf Facebook
Kevin aka „The Creekman“ auf Instagram

Eure
Marina
(DarkFairy)

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6 Comments

  1. Kommentare von Daniela:

    Das war ja mal echt interessant. Nix was ich je hätte machen wollen. Aber der Einblick war cool. Bin gespannt was du noch vorstellst.

  2. Kommentare von Ingrid, die Bastelmaus:

    Frag weiter, bitte! Ist hochinteressant!
    LG Ingrid

  3. Kommentare von Taki:

    Huhu
    awwww-richtig toll!!! Das ist ein toller Beitrag und ne super Idee – ich hoffe auch, dass da noch mehr Berufe kommen. Ich habe einrn Freund der ist Bestatter- wenn da interesse besteht stell ich gerne einen kontakt her 😉 🙂 🙂

    ich habe übrigens wieder ein handy und bin unter drr altrn Nummer zu erreichen – dann können wir uns doch endlich mal wieder treffen 😉 hihi
    gaaaaaaanz gaaaaanz liebe grüße
    Taki

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